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Strafe muss sein

15. Juni 2011

Über die heilsame Wirkung einer schlechten Erfahrung

Das griechische Drama zeigt nicht nur, wohin es führt, wenn eine Gesellschaft jahrzehntelang das Einkommen zukünftiger Generationen verfrühstückt; es zeigt in noch viel stärkerem Maße, wohin uns eine Finanzwirtschaft führt, in der falsches Verhalten nicht bestraft wird.

Egal wie die Geschichte schlussendlich ausgehen mag: Den Griechen wird gegenwärtig und in absehbarer Zukunft die Rechnung eine jahrzehntelang andauernde Schuldwirtschaft präsentiert und keiner wird am Ende dieses Prozesses das Gefühl haben, dass es sich gelohnt hat. Sollten Sie sich je wieder von diesem Schlag erholen, werden Sie es sich wohl zweimal überlegen, bevor sie sich in ein ähnliches Desaster stürzen werden.

Erfahrung lehrt uns, Gefahren aus dem Wege zu gehen. Leider vermeidet es die Politik konsequent - wohl im Irrglauben damit das Unvermeidliche aufzuhalten - den weltweiten Finanzinvestoren dieselbe Möglichkeit der heilsamen Erfahrung zuteilzuwerden. Das Gegenteil ist der Fall: Die EZB hilft ihnen sogar noch, sich weiter am Elend der Griechen zu bereichern. Ich will Ihnen das einmal schematisch darstellen:

Fiat Money – Geldschöpfung absurd

Eine Bank besitzt 25.000 €. Auf dem freien Markt erwirbt sie Anleihen des griechischen Staates mit einem Nomialwert von 100.000 € und einem Coupon von 4%. Aufgrund der fragwürdigen Kreditfähigkeit der Griechen bezahlt die Bank hierfür 25.000 €. Jährliche Zinsen von 4.000 € auf 25.000 € Investition ergeben eine Rendite von 16%. Risikogerecht, den die Wahrscheinlichkeit, dass das Geld jemals zurück bezahlt wird, ist denkbar klein.

Soweit so gut. Die Kasse der Bank ist nun leer, aber nicht für lange. Sie reicht nämlich die eben gekaufte Anleihe als Sicherheit an die EZB weiter und erhält dafür ein Darlehen zu einem Zinssatz von 1.5%. Damit hat die Bank wieder 25.000 € in der Kasse, erzielt Einnahmen von 4.000 € im Jahr und muss gleichzeitig 375 € Zinsen zahlen. Macht ein netter Gewinn ohne wesentlichen Aufwand von 3.625 €! Jährlich versteht sich. Die Rendite auszurechnen fällt schwer, denn unter dem Strich hat die Bank ja gar keine Investition getätigt!

Die meisten Privatanleger fänden ein solches Zinsdifferenzgeschäft zweifellos lukrativ. Nicht so Banken, welche ganz andere Vorstellungen von einem lukrativen Geschäft haben. Aus diesem Grunde werden von der EZB nicht 25.000 € Kredit abgerufen, sondern das Mehrfache davon. Wir erinnern uns: Die Anleihe hat einen Nominalwert von 100.000 € und kann entsprechend auch viel höher beliehen werden. Dass dieser Wert völlig aus der Luft gegriffen ist, interessiert die EZB nicht.

Sicherlich haben Sie schon eine Idee, wie man als Bank das neu geschöpfte Geld investieren könnte.

Reichtum entsteht nicht im Himmel

Was ich Ihnen hier schematisch dargestellt habe, ist in Tat und Wahrheit noch viel schlimmer. Ich verzichte darauf, Ihnen die Geschichte in extremis zu erzählen, denn Sie würden mir nicht glauben.

Tatsache ist: Das Elend der Griechen bedeutet für Finanzinvestoren ein risikoloses Geschäft, bei welchem viel Geld verdient wird, ohne einen einzigen Cent Wert zu schaffen. Wenn jedoch keine neuen Werte geschaffen werden, ist es auf Dauer nicht möglich riesige Gewinne zu erzielen und unmoralische Gehälter und Bonifikationen zu zahlen. Dieser Traumblase muss früher oder später platzen - genau wie das sinnlose Konstrukt der griechischen Finanzmythologie.

Genau diese heilsame Korrektur, die Möglichkeit aus Fehlern zu lernen und Erfahrung aufzubauen, verhindert die Politik seit Jahren mit der Begründung, dass ein Kollaps des Bankensystems einen unermesslichen Schaden verursachen würde. Das ist grundsätzlich richtig, nur die Schlussfolgerung ist falsch.

Fehlerverhalten muss bestraft werden

Solange ein Fehlverhalten nicht bestraft, sondern wie oben beschrieben, sogar noch belohnt wird, solange werden die Finanzhaie kein Maß finden und das System aussaugen so weit es geht. Eigentlich kann man ihnen deswegen nicht einmal einen Vorwurf machen, denn dieses Verhalten ist leider einfach nur menschlich.

Der Mensch lernt durch Fehler, für welche er bestraft wird. Je schneller die Strafe kommt, desto eher reagiert er und korrigiert sein Verhalten. Je weiter er sich von einem vernünftigen Verhalten entfernt, desto bitterer wird die Erfahrung. Die Schuldenkrise zeigt in aller Deutlichkeit, dass unser Finanzsystem ist, zutiefst krank ist. Es wäre an der Zeit den heilenden Schnitt zu wagen. Und ja, es tut weh. Verdammt weh, aber das, ist der Preis für die Unvernunft der Vergangenheit und der Schmerz wird sich nicht mehr verhindern lassen. Wir sollten es wagen, bevor die schleichende Enteignung des Volkes eine rasche Genesung unwahrscheinlich macht.

Daniel S. Batt
Finanzplaner mit eidg. FA (FH)
www. vorsorgeportal.org

Was Herrn Kaiser antreibt

9. Juni 2011

Wölfe am Pool

Nicht ohne Belustigung habe ich in den vergangenen Tagen die empörten Reaktionen der Öffentlichkeit beobachtet, als bekannt wurde, wie Herr Kaiser seine Vertriebserfolge in Budapest feierte. Glauben Sie mir: Die Hamburg-Mannheimer ist nicht die einzige Gesellschaft, welche Ihre besten Mitarbeiter regelmäßig zu neuen Höhepunkten treibt. Man mag sich darüber empören, das eigentlich Pornographische liegt jedoch woanders.

Wenn eine der ganz großen Gesellschaften dieser Republik 80.000 EUR für  eine rauschende Sexorgie in Budapest ausgibt, so ist das möglicherweise moralisch verwerflich; wirtschaftlich bringt das für die Versicherten auf die einzelne Person runter gebrochen jedoch kaum Nachteile mit sich. Solange die Öffentlichkeit also nichts vom Treiben dieser Herren (!) wusste, hat sich offenbar niemand daran gestört.

Anreize wider die Kundeninteressen

Spürbar sind jedoch die mauen Ergebnisse, welche die Versicherungsprodukte seit vielen Jahren abliefern. Diese allzu oft negativen Renditen sind das Ergebnis einer Vertriebsstruktur, welche falsche Anreize bietet: Honoriert werden nicht gute Beratung und eine bedürfnisgerechte Produktauswahl, sondern Masse um jeden Preis. Wer viele Abschlüsse anschleppt, wird finanziell – und wie wir nun jüngst erfahren durften, auch hormonell – belohnt. Wer seine Kunden gut berät und betreut, verliert viel Zeit und gerät ins Hintertreffen im Wettkampf um die besten Plätze am Pool.

Natürlich sind es die Gesellschaften, welche diese Entwicklung vorangetrieben haben, um im Vergleich zur Konkurrenz nicht an Boden zu verlieren. Doch wer nun mit dem Finger auf die Vertriebsvorstände der Versicherungswirtschaft zeigt, sollte an die übrigen vier Finger denken, welche nicht zu Unrecht auf die eigene Person weisen: Die Hauptverantwortung für die Misere liegt in meinen Augen eindeutig beim Konsumenten.

Wölfe suchen sich ihre Opfer bekanntlich gezielt aus. In der Regel sind es die schwachen Tiere, welche gerissen werden. In finanziellen Fragen – das zeigen zahllose Studien immer wieder - ist die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung dieser Gruppe zuzuordnen. Doch statt sich für gutes Geld unter den Schutz eines Experten / einer Expertin zu begeben, spart sich die Masse diese Beratungskosten und wirft sich ohne Zwang und Not den Provisionswölfen zum Fraße vor. Der dadurch entstehende Schaden geht jährlich in die Milliarden und im Gegensatz zu den sexuellen Ausschweifungen des Herrn Kaisers, nagen diese systembedingten Schäden massiv an der eh schon viel zu dünnen Decke der individuellen Vorsorge. Dies ist der eigentlich, allerdings selbst verschuldete Skandal, welche sich über die gesamte Finanzbranche hinweg zieht.

Geiz ist nicht geil, sondern dumm.

Wer in finanziellen Angelegenheiten bei der Beratung spart, schießt ein klassisches Eigentor. Honorarberatung kostet zwar richtig Geld, ist aber nicht teurer, denn die Kosten werden meist mehr als wettgemacht durch provisionsfreie Produkte. Dabei sind es keineswegs alleine die Abschlusskosten, welche positiv zu Buche schlagen. Echte Nettoprodukte weisen meist eine transparente Kostenstruktur auf, was gleichbedeutend ist mit dem Verzicht auf eine unangemessene Vergütung während der Laufzeit. Der Vorteil einer Honorarberatung liegt also nicht nur in der individuellen, bedarfsorientierten Beratung, sondern auch in einer spürbar tieferen Kostenquote. Fazit: Honorarberatung bringt eine bessere Beratung, tiefere Kosten, weniger Risiko und mehr Rendite.

Ein guter Honorarberater verdient übrigens trotzdem gutes Geld. Was dieser dann schlussendlich damit treibt, kann Ihnen als Kunde völlig egal sein.

Daniel S. Batt

Finanzplaner mit eidg. FA (FH)
www. vorsorgeportal.org

Nicht alles, was Gold ist, glänzt.

24. Mai 2011

Verlustpotential statt Krisenschutz

Privatanleger verhalten sich in Deutschland nicht selten wie Lämmer, die sich von unsichtbarer Hand geführt in eine Richtung bewegen. Nicht selten führt ihr Weg allerdings direkt in Richtung des Schlachthofes. Dass dies selten gut geht, will ich Ihnen einmal am Beispiel von Gold exemplarisch aufzeigen.

Niemand ist gerne dumm

Regelmäßige Leser meines Blogs wissen, dass ich davon ausgehe, die weltweite Schuldenkrise könne nur mit Hilfe von Inflation wieder unter Kontrolle gebracht werden. Inflation entsteht durch die maßlose Neuschöpfung von Geld aus dem Nichts und ist de facto nichts anderes, wie eine Dummensteuer auf das Geldvermögen der Bürger.

Niemand ist gerne dumm und deshalb sind aufmerksame Bürger bestrebt, ihre Geldwerte vor dem indirekten Zugriff des Staates zu schützen. Im Falle von Inflation ist das Mittel der Wahl anerkannterweise eine Verlagerung der Vermögenswerte von den gefährdeten Nominalwerten, wie Anleihen, Sichtguthaben auf Banken, Kapitalversicherungen, in Realwerte, auch Sachwerte genannt, welche Ihren Wert nicht von einer willkürlich gesetzten Zahl ableiten, sondern aus der vorhandenen Substanz begründen.

Das einzig echte Geld: Gold

Ein solcher Sachwert ist Gold. Der Vorteil von Gold liegt auf der Hand: Der Wert als solches ist knapp und kann deshalb nicht beliebig vermehrt werden. Das Metall lässt sich leicht lagern und transportieren und seine Wertentwicklung lässt sich einfach nachvollziehen. Zumindest theoretisch.

In der Praxis ist das alles nicht ganz so einfach. Zwar ist es problemlos möglich, einen Goldbarren zu kaufen und Zuhause zu lagern, doch macht das nur dann Sinn, wenn man lediglich einige hundert Euros in das gelbe Metall investiert hat. Andernfalls riskiert man rasch, sich als potentielles Diebstahlopfer aufzudrängen.

Sicherheit ohne Gewähr

Das größte Problem liegt allerdings im freien Markt. Das beginnt zum einen beim Wertschwankungsrisiko. So mag es zwar sein, dass Gold seinen Wert über viele hundert oder tausend Jahre hat erhalten können. Mittelfristige Wertschwankungen führen jedoch dazu, dass die Suche nach einem langfristigen Werterhalt, zu einem zwar kurzfristigen, nichtsdestotrotz sehr ärgerlichen Verlust an realer Kaufkraft führt. Dieser Verlust kann locker 20 – 40% des Vermögens ausmachen, wenn man nicht sehr auf der Hut ist. Pech?

Der freie Markt spielt den Privatanlegern aber auch in einer anderen Beziehung gerne einen Streich. Die publizierten Goldpreise gelten lediglich für standardisierte Produkte. Weicht die Form des Goldes von diesem Standard ab, entsteht ein zum Teil dramatischer Spread, d.h. eine Differenz zwischen Ankauf und Verkauf, des Goldes. Auch hier liegen Verluste in der Höhe von 25% und mehr drin.

Nicht standardisierte Barren, d.h. Gold von Goldraffinerien, welche nicht das weltweit anerkannte LBMA Zertifikat tragen, können noch so fantasievoll gestaltete 3D-Hologramme als Echtheitsgütesiegel tragen, sie passen nicht in den standardisierten Goldkreislauf und sind deshalb zwar nicht wertlos, sondern nur von minderem Wert (siehe oben).

Solche Barren werden gerne von Vertriebsorganisatoren ausgegeben, welche den Gold-Run mit großen Publikumsveranstaltungen oder diskreteren Insider-Veranstaltungen anheizen. Inhalte dieser „Seminare“ sind in aller Regel Verschwörungstheorien, deren Spannbreite vom totalen Zusammenbruch des Geldsystems, bis hin zum anstehenden Verbot des privaten Goldbesitzes reichen.

Unabhängig vom Wahrheitsgehalt solcher Theorien: Wenn Kapitalanlagen mittels teurer Werbeveranstaltungen und einem vieltausend Mann starken Vertriebsnetz – wie dies zum Beispiel bei der KB Edelmetall AG der Fall ist - unter die Leute gebracht werden, klingeln bei mir sämtliche Alarmglocken. Diese Maschinerie muss irgendwie bezahlt werden und ich verspreche ihnen, dass dies alleine mit der marktüblichen Handelsspanne nicht zu schaffen ist.

Fazit:

Möglicherweise ist das Geldsystem gefährdet und vielleicht verbietet der Staat den privaten Besitz von Gold. Deswegen aber eine Anlagenform zu wählen, welche einen kostengünstigen und einfachen Kauf- und Verkauf unmöglich macht, ist einfach nur doof.  Wenn ich schon das Risiko eingehe, dass mein kurzfristiger Liquiditätsbedarf größer wie geplant ist und ich mein Gold u.U. zu einem ungünstigen Zeitpunkt verkaufen muss, dann sollte es bitte schön zumindest so sein, dass ich mit meinen Barren an eine x-beliebige Ankaufsstelle gehen und die Teile zum tatsächlichen Marktpreis des Goldes loswerden kann. Ist dem nicht so, ist irgendetwas falsch an meinem System…

Generell will ich einfach wieder einmal darauf aufmerksam machen, dass der Umgang mit Geld und anderen Wertanlagen ein Mindestmaß an Fachwissen voraussetzt. Wer nicht über solche Fachkenntnisse verfügt (und zahlreiche Studien beweisen, dass dies bei  der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung nicht der Fall ist), sollte man sich beraten lassen. Wer dabei auf den Rat von Jahrmarkthändlern setzt, muss sich danach über den entstandenen finanziellen Schaden nicht wundern. Er sollte sich auch nicht darüber beschweren. Beratung kostet Geld. Keine Beratung unter Umständen das Vermögen.

Daniel S. Batt

Finanzplaner mit eidg. FA (FH)

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Die große Rentendämmerung

17. Mai 2011

Zum Ende der privaten Rentenversicherung

Nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshof in Luxemburg ist das Ende der privaten Rentenversicherung nun auch zeitlich bestimmt: es ist der 12. Dezember 2012. Ab diesem Tag dürfen die Versicherungsgesellschaften nur noch Tarife mit geschlechtsneutraler Tarifierung (Unisextarif) anbieten. Kein Grund jetzt noch rasch zuzugreifen.

Gerechtigkeit lässt sich so nicht erzwingen

Es mag gut Gründe geben, weshalb der Europäische Gerichtshof zu diesem Urteil gekommen ist. Mit der gelebten Praxis hat dieser Richterspruch allerdings herzlich wenig zu tun. Versicherungen sind nicht dazu gedacht, Gerechtigkeit zu schaffen. Im Gegenteil. Sie dienen einzig und alleine dem Zweck, Ungerechtigkeiten auszugleichen, welche durch statistische Zufälligkeiten entstehen. Jeden kann es treffen, aber nur wenige trifft es tatsächlich. Versicherungen verhindern, dass der Einzelne durch eine solche Zufälligkeit zu finanziellem Schaden kommt.

Bei Versicherungen ist es also von Beginn weg klar, dass es Gewinner und Verlierer gibt. Wenn sich trotzdem Menschen finden lassen, um unter diesen Umständen Prämien für einen Risikoausgleich zu leisten, dann nur deshalb, weil sie sich Chancen ausrechnen, zu den „Gewinnern“ zu gehören, welche vom Versicherungsschutz profitieren. Wenn jedoch die Hälfte der Menschen fest davon ausgehen muss, dass sie keine Chance hat, von den Vorteilen einer Versicherung zu profitieren, weshalb sollte Sie freiwillig bereit sein, sich daran zu beteiligen? Eben.

Schlussverkauf droht

So werden in Zukunft wohl nur noch jene Männer eine private Rentenversicherung abschließen, welche zuvor von Luxembourg, Strasbourg oder Brüssel eine verbindliche Zusage für eine garantierte Lebenserwartung über das 90. Altersjahr hinaus erhalten haben. Oder jene, welche sich von skrupellosen Versicherungsvertretern über den Tisch ziehen lassen.

Genau dies zeichnet sich bereits wieder ab: Die Versicherungswirtschaft freut sich wieder einmal auf einen Schlussverkaufs-Boom für private Leibrenten. Denn während Politiker und Eurokraten zu einer gewissen Lebensferne neigen, ist der Versicherungsvertrieb auf das Menschliche geradezu geeicht. Die Chance, noch ein letztes Mal von der „guten alten Zeit“ zu profitieren, in der ein Versicherungsrisiko noch fair berechnet, könnte bei manchem Anleger zu irrationalen Abschlusshandlungen führen. Diese Chance lassen sich Vertriebler nicht entgehen.

Privatrenten längst klinisch tot

Dabei besteht überhaupt kein Grund, jetzt plötzlich sentimentale Gefühle zu hegen: Die gute alte Zeit ist in der Lebensversicherungsbranche schon seit Jahren vorbei. Bereits heute, d.h. lange vor der Umstellung auf Unisex-Tarife, sind Rentenversicherungen keine lohnende Anlage mehr. Der Grund sind die tiefen Zinsen, die hohen Kosten und Reserven, welche die Gesellschaften zum Schutz vor der ständig steigenden Lebenserwartung ins Tarifwerk eingebaut haben. Bereits heute kann der Einsatz einer privaten Rentenversicherung nur noch mit dem Argument gerechtfertigt werden, der lebenslängliche Mittelzufluss vermittle ein wonniges Sicherheitsgefühl.

Dieses Merkmal bieten allerdings auch andere Anlageformen. Etwa ein Auszahlungsplan über den Select Investment Bond der Quantum Leben, welcher nicht nur eine deutlich höhere monatliche Ausschüttung als die klassischen Rentenversicherungen bietet, sondern dabei auch noch das Kapital erhält. Es gibt also überhaupt keinen Grund sich dem drohenden Ausverkaufsrausch der Versicherungsbranche hinzugeben. Die klassische Rentenversicherung wird nicht sterben – sie ist bereits klinisch tot. Der 12.12.12 markiert lediglich das Datum, an welchem der Stecker der lebenserhaltenden Maschinen ausgezogen wird.

Daniel S. Batt
Finanzplaner mit eidg. FA (FH)
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Kontrollierte Panik

10. Mai 2011

Preissturz an den Rohstoffbörsen

Wenn, wie in der vergangenen Woche geschehen, die Kurse an den Rohstoffbörsen massiv einbrechen, mag dies Autofahrer vielleicht freuen, weil damit die Aussicht auf sinkende Benzinpreise an der Zapfsäule verbunden ist. Bedeutend wichtiger ist diese Entwicklung jedoch für Anleger, denn die Rohstoffnotierungen sind klassische Frühindikatoren für die globale Wirtschaftsentwicklung und zeigen somit die Aussichten für Aktien.

Größe zwingt zu vorausschauendem Handeln

Wenn multinational agierende Konzerne Businesspläne erstellen, unterscheiden sich diese im Wesentlichen kaum von den Fünfjahresplänen planwirtschaftlicher Prägung. Die Zentrale gibt vor, die lokalen Kräfte setzen um. Dabei ist das Management darum besorgt, dass die Grundlagen für eine erfolgreiche Umsetzung der Vorgaben gelegt werden. Dies bedingt u.a., dass das notwendige Kapital bereitgestellt, die Produktionskapazitäten errichtet, die Manpower aufgebaut und die benötigten Rohstoffe frühzeitig gesichert werden.

Ein großes Wirtschaftsunternehmen zu führen zwingt zu einer vorausschauenden Arbeit, bei welcher Flexibilität relativ und Spontanität nahezu ausgeschlossen ist. Zumindest ihren Grundbedarf sichern sich große Konzerne deshalb bereits lange im Voraus. Besonders bei knappen Gütern wie Rohstoffen ist diese Verhaltensweise ausgeprägt, weil ein Lieferengpass die ganze Produktion und damit den vorgegebenen Plan infrage stellen würde.

Dies ist der Grund, weshalb Entwicklungen an den Rohstoffbörsen zur Früherkennung zukünftiger Wirtschaftsentwicklungen herangezogen werden. Wenn also die Preise an den jeweiligen Börsen – wie vergangene Woche erlebt – um 10, 20, ja 25% einbrechen, verspricht das wenig Gutes für die Produktionserwartung und damit das Wirtschaftswachstum in ein bis zwei Jahren.

Normalerweise.

An den Börsen ist zur Zeit nichts mehr normal

Im aktuellen Fall bin ich mir nicht so sicher, ob dem tatsächlich so ist. Persönlich glaube ich – und damit erkennen Sie, dass ich nicht „weiß“ und somit nicht zu hundert Prozent bin - dass es sich hier um eine Zwischenphase einer an sich bereits pervertierten Entwicklung handelt.

Tatsache ist, dass die Rohstoffpreise in der jüngeren Vergangenheit mit aller Macht nach oben getrieben wurden. Triebfeder dieses Booms war nicht etwa die industrielle Nachfrage, sondern die liquiditätsgetriebene Gier von Finanzinvestoren. Selbstverständlich sind sich alle Beteiligten bewusst, dass sie dabei sind, eine gigantische Blase zu bilden. Genau so selbstverständlich in einer solchen Situation ist aber auch, dass die Marktteilnehmer das Spiel so lange ausreizen wollen, solange sie damit auf einfache Weise gutes Geld verdienen können. Je mehr die Preise ins Absurde gesteigert werden, desto abenteuerlicher werden die Erklärungen, weshalb die Tendenz weiterhin nach oben gehen soll.

Natürlich wird die Blase irgendwann platzen und einen enormen Schaden hinterlassen. Auch das wissen alle Marktteilnehmer. Allerdings sind sie beseelt von der Vorstellung, sie könnten den Markt schlagen, das Spiel bis zum Höhepunkt ausreizen und gerade noch rechtzeitig erkennen, wann sie auszusteigen haben. Der Einsatz von gigantischen technischen Hilfsmitteln täuscht darüber hinweg, dass die Triebfeder dieser Menschen Gier und Spielsucht, die einzige Bremse die nackte Existenzangst ist.

Im Moment wissen also alle Beteiligten, dass sie eine Blase gebildet haben und dass diese jederzeit platzen kann. Sie sind deshalb vorsichtig und reagieren auf die kleinsten Veränderungen reflexartig mit Panik. Das bringt große Ausschläge an der Börse mit sich. Diese können sogar noch stärker werden.

Der Boom geht weiter – vorerst

Mit der Wirtschaftsentwicklung haben diese Rückschläge allerdings genau so wenig zu tun, wie die vorangegangenen Preissteigerungen. Die Rohstoffmärkte sind auf längere Zeit lediglich Spielbälle von Spekulanten, welche von leicht verfügbarem Geld profitieren. Solange die Finanzkrise nicht ausgestanden, die Staatshaushalte der westlichen Welt nicht einigermaßen saniert, die Leitwährungen ihre Glaubwürdigkeit nicht zurückgewonnen haben, solange werden Rohstoffe nichts von ihrer Attraktivität verlieren. Ein Ende des Booms – so unnatürlich er in seiner Substanz auch sein mag – ist aus meiner Sicht nicht absehbar.

Für den Privatanleger hat die Entwicklung der letzten Tage allerdings noch einen weiteren Erkenntnissprung gebracht: Investitionen in Gold und Silber sind kurz und mittelfristig unkalkulierbar und mit hohen Risiken verbunden. Es gibt gute Argumente, sich echte Sachwerte ins Portfolio zu legen. Viele Anleger wurden jedoch mit purer Angst in Gold & Co. getrieben. Viele von ihnen werden erkennen, dass Angst ein schlechter Ratgeber ist und Gold nur über Generationen betrachtet Sicherheit bietet. Den noch schwerer als das Platzen von Börsenblasen, lässt sich das Platzen von Finanzsystemen zeitlich voraussagen. Schon gar nicht, wenn diese mutmaßlich apokalyptische Ausmaße annehmen sollen.

Daniel S. Batt
Finanzplaner mit eidg. FA (FH)
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Illusionen haben kurze Beine

29. April 2011

Auf, wie viel Ihres aktuellen Nettoeinkommens könnten, Sie verzichten? Auf zehn, zwanzig oder gar dreißig Prozent? Oder vielleicht auf gar nichts? Natürlich kann ich verstehen, wenn Sie auf keinen Fall auf Teile Ihres Nettoeinkommens verzichten wollen, doch das ist hier nicht die Frage. Gefragt ist vielmehr, auf wie viel Sie verzichten könnten. Sie tun gut daran sich nicht spontan festzulegen, sondern die Frage fundiert abzuklären. Die Antwort könnte sie überraschen.

Die Möglichkeiten bestimmen den Bedarf

Die richtige Antwort lautet 44%. Woher ich diese Zahl habe? Natürlich aus der Statistik: Diese besagt, dass das durchschnittliche Einkommen der Deutschen bei Renteneintritt bei 56% des letzten Nettogehaltes liegt. Weil die Betroffenen zu diesem Zeitpunkt gar keine andere Wahl haben, als sich mit dem zu begnügen, was ihnen bleibt, beantwortet dies die Frage nach dem Notwendigen (zumindest zu diesem Zeitpunkt) abschließend. Da nicht einzusehen ist, weshalb ein Mensch mit viel Freizeit weniger Geld benötigen sollte, wie einer mit eingeschränkten zeitlichen Möglichkeiten, schließe ich daraus, dass der Durchschnittsbürger auf 44% seines Nettoeinkommens verzichten kann.

Träumen ist erlaubt, aber nicht immer sinnvoll

Ich bin Finanzplaner und beschäftige mich jeden Tag mit Fragen rund ums Geld. Selbstverständlich bin ich mir darum bewusst, dass diese Behauptung für einen großen Teil der erwerbsfähigen Bevölkerung blanker Hohn ist, weil ihr bereits schon ihr aktuelle Einkommen ihnen kein fügliches Auskommen ermöglicht.

Und ich weiß auch, wie hoch der tatsächliche Bedarf eines Durchschnittsmenschen tatsächlich ist und dass 56% des letzten Nettoeinkommens niemals ausreichen, den gewohnten Lebensstil auch nur im Ansatz weiter zu führen. Allerdings befinde ich mich mit diesem Wissen in einer krassen Minderheitenposition. Gemäß einer neuen Studie – finanziert von Fidelity Investments, einer der ganz großen Vermögensverwaltungsgesellschaften dieses Planeten – rechnen 81% der Bevölkerung mit deutlich höheren Ansprüchen. Nicht weniger wie 40% geben sich gar der Illusion hin, das Renteneinkommen befinde sich im Rahmen von 80-100% des letzten Nettoeinkommens. Träumt weiter, kann ich da nur sagen.

Was tun? Gibt man sich der absoluten Realitätsverweigerung hin und genießt die verbleibende Zeit bis zur Rente noch mehr oder minder unbeschwert? Oder soll man sich Sorgen machen, sich das Letzte vom Mund absparen, um fürs Alter (das man ja vielleicht gar nie erreicht …) vorzusorgen?

Wollen Sie eine ganz ehrliche Antwort von mir?

Vielen, leider viel zu vielen, wird nichts anderes übrig bleiben, als aus den vorhandenen Mitteln heute das Beste herauszuholen. Selbst wenn sie – ihren Möglichkeiten entsprechend – wie wild sparen, werden sie niemals über die Existenzsicherung hinaus kommen. Hier machen Sonderanstrengungen einfach keinen Sinn. Wenn etwas übrig bleibt, dann sollte es als Reserve für die Unabwägbarkeiten des täglichen Bedarfs dienen. Riester und Rürup sind in diesen Fällen genau so tabu, wie Lebensversicherungen. Liquidität geht hier vor Rendite.

Die Mehrheit der Menschen verfügt jedoch sehr wohl über die Möglichkeit den eigenen Bedarf zu reduzieren und ohne jeden Verlust an Lebensqualität Einsparungen zu erzielen. Im Normalfall liegen diese Einsparungen natürlich nicht bei 40% des Einkommens. Das ist ja mit etwas Cleverness auch gar nicht notwendig, solange wir die heute erzielten Einsparungen dazu verwenden Rücklagen für die Zukunft zu bilden, um zukünftige Einkommensverluste zumindest teilweise ausgleichen können.

Machen Sie sich die Zeit zum Freund

Neben Ihrem Willen, tatsächlich etwas für eine sorgenfreie finanzielle Zukunft zu tun, ist es vor allem der Faktor Zeit, welcher über Erfolg oder Misserfolg eines Vorsorgeplans entscheidet. Je später Sie damit beginnen, desto mehr müssen Sie von ihrem aktuellen Einkommen zur Seite legen, um ein vernünftiges Ergebnis zu erreichen. Desto weniger helfen Ihnen Zinseszinseffekte dabei, die mit absoluter Sicherheit auftretende Rentenlücke zu schließen.

Wir helfen Ihnen dabei, diese Aufgabe zu bewältigen. Mit konkreten Hilfestellungen auf Anfrage (Richten Sie Ihre kostenlose Anfrage einfach an Vorsorgeplan (at) vorsorgeportal.de) oder mit hilfreichen Tools. Etwa dem Budgetbogen auf unserer Homepage, welcher sie dabei unterstützt, sich ihrer aktuellen Ausgaben erst einmal bewusst zu werden. Aus Erfahrung kann ich Ihnen sagen, dass dieser banale Vorgang, sich bewusst zu werde, für was man sein Geld tatsächlich ausgibt, ist der absolute Schlüssel zum Erfolg. Es bedeutet nicht selten das Ende der Gedankenlosigkeit, mit welcher die Zukunft verfrühstückt wird.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg!

Daniel S. Batt
Finanzplaner mit eidg. FA (FH)
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Die Studie der Fidelity Investments finden Sie mit einem Klick auf diesen Link à

Ökologisch anlegen mit Solarwerten?

21. April 2011

Es mag pervers klingen, aber besonders in Krisenzeiten sind ganze Heerscharen von Analysten damit beschäftigt herauszufinden, welche Anlageklasse von einer Katastrophe wohl am meisten profitieren könnte. Für Privatanleger sollten solche Überlegungen keine Rolle spielen, denn diese zielen alleine auf kurzfristige Spekulationsgewinne. Trotzdem sollte man aktuell über Investitionen im Umweltbereich nachdenken.

Krisen als Chance

Wenn ein Erdbeben ganze Landstriche zerstört, geraten die Aktien von der Versicherungswirtschaft unter Druck und zwar in einem ersten Schwung unabhängig davon, wie weit sie vom Unglück tatsächlich betroffen sind. Einstiegsmöglichkeiten!

Versicherungsgesellschaften wiederum sichern sich gegen die Folgen von Naturkatastrophen ab, indem Sie in die Bauwirtschaft gefährdeter Regionen investieren. So gesehen bieten die Erdstöße von Japan ebenfalls beste Anlagemöglichkeiten.

Wenn ein Kernkraftwerk in Japan in die Luft geht, explodieren gleichzeitig auch die Aktien führender Solarenergiehersteller in Deutschland, weil davon ausgegangen wird, dass diese bei einer allfälligen Energiewende von den Maßnahmen der Bundesregierung profitieren werden. Stehen die Aktien der Solarwirtschaft also vor einem goldenen Zeitalter und Anleger sind gut beraten, in die Solartechnik zu investieren? Meine Antwort darauf: Ein Doppeltes NEIN!

Solarenergie

Man kann das Thema von zwei Seiten betrachten. Nehmen wir einmal die einfachere, die rein monetäre Betrachtungsweise und schauen wir uns die Anlagekategorie am Beispiel der Aktie von Solarworld etwas genauer an. Auf den ersten Blick scheint die Aktie tatsächlich den gewohnten Verlauf zu nehmen. Berücksichtigt man nun noch, dass sich die aktuell regierende Chaostruppe unter Zugzwang sieht und aller Voraussicht nach in bewährter Manier aus der Hüfte schießen wird, könnte man der Aktie von Solarworld durchaus etwas Charme zusprechend.

Wie wenig Fantasie der Wert allerdings in sich birgt, zeigt ein etwas längerer Betrachtungszeitraum. Wenn wir uns die vergangenen 5 Jahre ansehen, kommen wir zum Schluss, dass da irgendetwas falsch gelaufen sein muss. Jawohl: Der Markt geht davon aus, dass die Solartechnik in Zukunft von großen multinationalen Konzernen beherrscht sein wird, welche die Technik nicht nur kostengünstiger, sondern aufgrund des hohen Forschungsbedarfes auch viel effektiver herstellen können. Die ehemaligen deutschen Highflyer der Branche haben eigentlich die Zukunft schon hinter sich. Wer das Rennen macht, ist zurzeit allerdings noch völlig offen. Deshalb ist es keine gute Idee, als Durchschnittsanleger in diesen Markt zu investieren.

Kraftwerk aufs Dach?

Bliebe noch die Möglichkeit sich die Solarenergie selber aufs Dach zu packen und sich damit nicht nur eine lohnende Kapitalanlage, sondern damit gleich auch noch einen ökologischen Beitrag zu leisten. Kann man so sehen. Muss man aber nicht.

Zwei Dinge sprechen aus meiner Sicht dagegen. Zum einen wäre da die geografische Lage Deutschlands, welche in Bezug auf Dauer und Einfallswinkel der Sonnenbestrahlung einfach suboptimale Verhältnisse für Solarstrom bietet.

Zum andern eine Technik, welche noch immer viel zu teuer und gleichzeitig zu ineffektiv ist. Es ist absehbar, dass der Wirkungsgrad einer solchen Anlage von heute 10% auf ca. 30% verdreifacht werden kann. Bei günstigeren Gestehungskosten versteht sich. Aber das ist Zukunftsmusik.

Keine Anlagen in Abhängigkeit von Vater Staat

In Kombination rechnet sich Solarstrom in Deutschland nur, wenn neben einer 100% optimalen Lage (was bei privaten Anlagen seltenst der Fall ist) der Staat durch Zuschüsse, vergünstigte Darlehen oder Eingriffe in die Marktpreise nachhilft. Das kann nicht Grundlage einer nachhaltigen Energiewirtschaft sein, denn auch hier gilt der Grundsatz nie etwas zu tun, das sich nur dank steuerlicher Hilfe rechnet.

Wer sein Geld tatsächlich in eine ökologisch sinnvolle Energiewirtschaft investieren will, sollte nicht bei Solaraktien oder Solarstromanlagen beginnen, sondern bei der Wärmedämmung des eigenen Heims. Besser Sie beginnen damit, bevor die Bauzinsen die notwendigen Investitionen deutlich teuer werden lassen. Viel Zeit dazu bleibt ihnen womöglich nicht mehr.

Daniel S. Batt
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Beitragsexplosion der PKV im Alter

14. April 2011

Wenn Gesundheit plötzlich unbezahlbar wird

Zwei Grundprobleme bei der privaten Krankenversicherung führen dazu, dass im Alter viele Menschen vor der Frage stehen, ob sie sich die Beiträge für die PKV noch leisten können oder leisten wollen. Beide Probleme sind meist lösbar, wenn man will und wenn man konsequent handelt.

Bessere Leistung kostet – immer!

Das wichtigste Grundproblem der PKV liegt zuallererst in der Motivation der Mitglieder, in die private Krankenversicherung zu wechseln. Viele Versicherte wechseln in die PKV, weil die Prämien dort für Besserverdiener zum Teil deutlich günstiger sind.

Das ist schon von der Grundeinstellung her gesehen einfach nur falsch. Es ist nicht möglich, dass auf Dauer eine Leistung deutlich – und wenn ich das sage, dann meine ich tatsächlich DEUTLICH – besser ist und gleichzeitig billiger. Da müssten eigentlich schon alle Alarmglocken klingeln, wenn man so etwas sieht. Nicht so in Deutschland.

Wer in eine private Krankenversicherung wechselt, der sollte das aus einem einzigen Grunde tun: Weil in der PKV die Leistungen bedeutend besser sind und zwar so viel besser, dass es moralisch bereits ziemlich bedenklich ist. (Zu diesem Thema finden Sie mehr in der Mediathek von vorsorgeportal.org) doch eines muss klar sein: Diese Leistung hat ihren Preis. Zwar liegt die Prämie bei vielen Gesellschaften für junge „Risiken“ deutlich tiefer als dies im Vergleich zur GKV der Fall wäre, doch dies ist nur dem Umstand geschuldet, dass die Versichertengemeinschaft zu Beginn eines neuen Tarifes noch keine Schäden produzieren. Doch so sicher, wie das Amen in der Kirche ist, dass der Schadenverlauf mit zunehmender Dauer schlechter wird und die Beiträge angepasst werden.

Clevere Menschen legen deshalb die Differenz zur GKV verzinslich zur Seite und bauen sich damit ein Finanzpolster auf, welches später dazu dienen wird die teureren Prämien zu finanzieren. Sparbuch ist schon besser als gar nichts – angesichts des langen Zeithorizontes wäre eine dynamische Anlage allerdings zu bevorzugen. Etwa der AF1, den ich Ihnen auch schon vorgestellt habe. Wenn Sie nicht sicher sind, wie Sie das konkret machen sollten, helfen wir Ihnen gerne weiter redaktion(at)vorsorgeportal.org.

Generationenvertrag versus Marketinginteresse

Das zweite Problem liegt im Vertriebsdenken einiger Gesellschaften begründet. Diese bieten aus Marketinggründen periodisch neue Tarife an, um im Wettbewerb mit den anderen Gesellschaften bestehen zu können. Wenn alte Tarife geschlossen (d.h. keine neuen Versicherte mehr angenommen werden) und neue eröffnet werden, führt das dazu, dass die Versichertengemeinschaft in Altersgruppen aufgeteilt wird, welche keine Solidarität zwischen den Generationen mehr zulässt. Genau dies führt jedoch dazu, dass das Schadenbild der Tarifgemeinschaft mit zunehmendem Alter ihrer Mitglieder progressiv schlechter wird. Im Gleichschritt dazu erhöhen die Versicherungsgesellschaften denn auch die Preise, bis sie kaum mehr bezahlbar sind. In der Regel trifft dieser Moment ein, wenn die Rente beginnt. Nur dann ist ein Wechsel in die dann günstigere GKV nicht mehr möglich. Eine Kündigung ist verbunden mit massiven Leistungskürzungen, führt jedoch nur bedingt zu spürbaren Einsparungen, weil der Basistarif normalerweise die Maximalprämie verlangt.

Damit es nicht zu dieser fatalen Entwicklung kommt, sollten Sie vorsorgen und ab 50 von Ihrem Recht Gebrauch machen und regelmäßig prüfen, ob ein Tarifwechsel möglich ist. Von Ihrer Versicherungsgesellschaft können Sie hierbei allerdings keine Unterstützung erwarten. Im Gegenteil: Erfahrungsgemäß wehren sich die PKV Unternehmen mit Händen und Füssen gegen einen gesetzlich garantierten Tarifwechsel.

Vorsorgeportal.org hilft

Es braucht ziemlich viel Durchstehvermögen und Fachkenntnisse um einen Tarifwechsel in Ihrem Sinne durchzuführen. Wir von www.vorsorgeportal.org helfen Ihnen gerne dabei, Ihre Interessen gegenüber der Versicherung durchzusetzen. So haben wir in diesen Tagen einer Familie zu jährlich wiederkehrenden Beitragsersparnissen in der Höhe von 9711.- EUR verholfen, wobei der Ehegatte seinen Beitrag um stolze 70%(!) senken konnte. Unser Rekord für Einzelpersonen liegt übrigens bei satten 5338 EUR. Sie sehen, es geht bei diesem Thema keineswegs um Peanuts, sondern um bedeutende Summen. Wenn wir Ihren Fall – ohne jedes Risiko – für Sie abklären sollen, müssen Sie lediglich diesem Link à folgen.

Daniel S. Batt
Finanzplaner mit eidg. FA (FH)
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Zinswende hinterlässt ihre Spuren

8. April 2011

Böse Überraschung im Vierteljahresbericht

Anleger, welche Wert auf Sicherheit und einen guten, gesunden Schlaf legen, pflegen ihr Geld konservativ in festverzinsliche Wertpapiere zu investieren. Dabei erwarten Sie von ihren Anlagen vor allem, dass sie stete Zinserträge erwirtschaften und eine planbare Sicherheit bieten. Mit den steten Zinserträgen war es je in den letzten Jahren nicht weit her. Mit der Sicherheit auch nicht, wie die demnächst zum Versand bereitstehenden Quartalsauszüge nachdrücklich zeigen werden.

Zinswende bringt Buchverluste

Viele Privatanleger werden bei der Studie ihres Kontoauszuges feststellen, dass ihre Anleihen und Rentenfonds massiv an Wert verloren haben. Die Höhe der Verluste reicht dabei von 2 – 8%, je nachdem in welchem Sektor die Anleihen gezeichnet wurden und welche durchschnittlichen Laufzeiten die Papiere haben.

Verluste auf festverzinslichen Wertpapieren ist an sich nichts Überraschendes. Sie sind das Ergebnis einer veränderten Marktlage, meist eine Folgeerscheinung steigender Marktzinsen. Verlangen die Marktteilnehmer von neuen Anleihen aufgrund der aktuell herrschenden Rahmenbedingungen (Inflationsentwicklung, Wachstumsaussichten, Bonitätsrisiken) höhere Zinsen, gleicht sich der Handelskurs alter, bestehender Anleihen mit festem Zinssatz so lange an, bis deren Rendite den neu geltenden Zinsforderungen entspricht. Nach Zinserhöhungen bedeutet dies, dass der Handelskurs der Anleihen entsprechend sinkt.

Fehlinformiert, falsche Erwartungen, im Stich gelassen

Privatanleger sind sich dieser Tatsache in aller Regel nicht bewusst und reagieren auf Verluste entsprechend (negativ) überrascht. Normalerweise wird es Ihnen beim Verkauf auch nicht oder nicht deutlich genug kommuniziert, vor allem aber werden sie von ihren Beratern vor einer absehbaren Zinswende meist jämmerlich im Stich gelassen. So verpassen die meist schlecht informierten Privatanleger regelmäßig den Zeitpunkt, an welchem es noch in aller Ruhe möglich gewesen wäre, das Geld in einen sicheren Hafen zu steuern.

Bitter, denn Verluste von 6% und mehr wird der Anleger unter den herrschenden Bedingungen nie mehr wettmachen können. Das hängt zum einen daran, dass die Zinsen dies auf lange Sicht nicht hergeben und zum andern, dass mittelfristig mit einer weiter anziehenden Teuerung und weiteren Kursverlusten zu rechnen ist.

Kursverluste, welche sich mit der bestehenden Anlage nicht mehr ausgleichen lassen, sind für alle Anleger bitter. Besonders bitter ist es jedoch für Menschen, welche Teile ihres Lebensunterhaltes aus Ihrem Anlagevermögen (auch fondsgebundene Rentenversicherungen) bestreiten müssen. Hier kann mittelfristig sehr wohl zu einschneidenden Konsequenzen für die Versorgungssicherheit kommen, wenn jetzt nicht gegensteuer gegeben wird.

Aussitzen bringt nichts

Wer jetzt nicht reagiert, nimmt billigend in Kauf, dass sich die Kursverluste in den nächsten zwei oder drei Jahren kontinuierlich immer weiter ausweiten. Er oder sie gerät zudem in die Gefahr, bei anziehender Teuerung auf den tiefen Erträgen sitzen zu bleiben und so neben Kursverlusten auch noch einschneidende Kaufkraftverluste zu erleiden. Wer sein Kapital schützen will, muss deshalb jetzt reagieren und auf Anlagen umsatteln, welche nicht nur vor Kursverlusten gefeit, sondern auch in der Lage sind auch auf mittlere Frist die unheilvolle Kombination von Steuerbelastung und Inflation auszugleichen.

Sichere Zinsanlagen ins Auge fassen

Es gibt solche Kapitalanlagen, welche bei großer Sicherheit eine ausreichende Rendite ohne Wertschwankungsrisiko erwirtschaften können. Zwei von Ihnen haben wir auf www.vorsorgeportal.org bereits vorgestellt. Das ist zum einen die Renta Protect der Baloise, welche bei einem linearen Garantiezins von 3% einen von der Portfolioentwicklung abhängigen Zusatzbonus anbietet. Dieser sollte unserer Ansicht nach geeignet sein, auch eine anziehende Inflation weitgehend im Schach zu halten. Zum andern denken wir an den Select Investment Bond, welcher bei einem Nettozins von 7% (vor Steuern) noch genügend Spielraum zum Ausgleich der steigenden Inflation besitzt. Es gibt noch eine Reihe weiterer Anlagealternativen. Lassen Sie sich von ihrem Berater die entsprechenden Vorschläge unterbreiten.

Wenn Sie über keinen neutralen Berater verfügen, stehen wir von der Redaktion des Vorsorgeportals unter der Rufnummer 0700 22 88 55 88 gerne für Ihre Fragen zur Verfügung. Rufen Sie uns einfach an oder kontaktieren Sie uns per Mail unter redaktion(at)vorsorgeportal.org.

Daniel S. Batt
Finanzplaner mit eidg. FA (FH)
www.vorsorgeportal.org

Das nächste Desaster für Privatanleger droht

4. April 2011

Die Zinswende kommt

Gerade erst hat das Bundesamt für Statistik gemeldet, dass die Inflation in Deutschland auf 2,1% gestiegen ist. Das ist eigentlich nicht viel, trotzdem denkt die EZB offen darüber nach, die anziehende Teuerung mit höheren Zinsen zu bekämpfen. Die Zinswende steht also an, doch die mutmaßliche Zinserhöhung wird dem Anleger nicht viel bringen. Im Gegenteil.

Tiefzinsphasen bedeuten Umverteilung

Wenn die Zentralbank die Zinsen durch diverse Maßnahmen künstlich tief hält, hat das für einen gewissen Teil der Bevölkerung massiv negative Folgen: Arbeitnehmer, Rentner, Gewerbetreibende, Freiberufler und mittelständische Unternehmer. Eigentlich für beinahe alle Menschen, denn die Folge von tiefen Zinsen bedeutet eine schleichende Enteignung, eine Umverteilung von Vermögenswerten von unten nach oben.

Hintergrund für diese an sich schockierende Entwicklung ist, dass Fremdkapital einen Marktpreis hat, welcher durch Angebot und Nachfrage bestimmt wird. In Tiefzinsphasen versucht die Zentralbank durch einen Überhang an (Geld-) Angebot die Nachfrage zu stimulieren. Das gelingt tatsächlich auch, allerdings nur zum Teil im gewünschten Sinne. In den meisten Fällen fließt das Geld in Investitionen, welche durch den Mittelzufluss keinen eigentlichen Mehrwert erfahren (bestehende Immobilien, Rohstoffe, Nahrungsmittel, etc.) oder welche sich nur deshalb lohnen, weil der Preis für das investierte Kapital zu tief kalkuliert wird. Sobald das Geld wieder knapp wird, platzen nicht nur die zinsgesteuerten Preisblasen, sondern mit ihnen auch viele Illusionen vieler Betriebsinhaber, welche ihre Produktion nur dank eins zu günstigen Zinsen haben rentabel halten können.

Die kapitalgedeckte Altersvorsorge schmilzt dahin

Auf den ersten Blick mag dies nicht so schlimm klingen, doch müssen Sie sich vor Auge halten, dass die eingangs genannte Bevölkerungsgruppe (nahezu alle Bürger dieses Landes) während Jahren einen viel zu tiefen Ertrag auf ihren Vermögenswerten (kapitalgedeckte Altersvorsorge, Sparvermögen, etc.) erzielt haben. Der Zuwachs an Zins hat über Jahre mit der tatsächlichen Geldvermehrung nicht Schritt halten können und ist deshalb real im Wert gesunken. Profitiert von diesem Ungleichgewicht haben jene, welche das (zu) billige Fremdkapital genutzt haben um sich auf Kosten der Allgemeinheit an werthaltigen Vermögenswerten (Minen, Immobilien, Rohstoffe, Lizenzen, Produktionsmittel) zu bereichern. Natürlich sind sie dabei große Risiken eingegangen. Allerdings Risiken, welche durch die Solidargemeinschaft der Steuerzahler gut abgesichert wurde …

Kursverluste auf Rentenpapieren in Sicht

Die Zinswende wird in absehbarer Zukunft kommen. Für Privatanleger bedeutet das normalerweise nicht nur einen Kursverlust auf Aktien (welche im Wettbewerb zu Zinspapieren an Attraktivität verlieren und deshalb die Nachfrage sinkt), sondern auch einen Kursverlust auf Rentenpapieren. Normalerweise merken die Anleger von Einzelwerten nichts davon, dass sich der Kurswert Ihrer Anleihen verbilligt. Im Gegensatz dazu schauen die Anleger bei Rentenfonds in der Regel sehr genau hin. Zwar ist die Ausgangslage dieselbe, nur interessiert hier nicht der Zins und die Rückzahlung des Einzelwertes, sondern der publizierte Kurs.

Dieser Kurs könnte sich in nächster Zeit massiv verändern. Angesichts der Minizinsen führen auch kleine Zinsänderungen zu wahren Erdbeben auf dem Rentenmarkt. Kursverluste von 6-10% sind gut denkbar und sie sollten sich darauf einstellen. Wenn sie davon überrascht sind, liegt das weniger an Ihrer Anlage, denn an ihrem Berater. Diese hätte sie vor dem Kauf darüber informieren sollen, welche Risiken Sie damit eingehen und jetzt vor der Zinswende, dass sie diese Verluste vermeiden lassen.

Es gäbe Alternativen…

Etwa mit dem Select Investment Bond, welcher sich unabhängig vom Markt entwickelt und dabei ohne jede Wertschwankung 7% Zins erwirtschaftet. Oder durch eine Anlage in den Baloise RentaProtect Future, welcher zwar nur einen linearen Garantiezins von 3% aufweist, dafür aber mit einer zusätzlichen Bonus-Beteiligung an der Entwicklung des EURO STOXX 50 TR partizipiert. Auch diese Anlage hat übrigens keine Wertschwankungen, wenn man sie bis zur nahezu frei wählbaren Endfälligkeit hält. Gemeinsam aber haben beide Anlagen, dass sie zwar keinen spekulativen Charakter haben, sich mit ihrem Zins am tatsächlichen Marktzins bewegen und deshalb vor Inflationsverlusten weitgehend gefeit sind. Ist doch was.

Daniel S. Batt
Finanzplaner mit eidg. FA (FH)
www.vorsorgeportal.org



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